Die Stimmung in Deutschland ist schlechter als die Lage. Diese Diagnose steht am Anfang von Deutschmut, einem Buch, das nicht erklärt, sondern spielt. Der Kölner Unternehmer und Zukunftsgestalter Christopher Peterka hat ein Klappbuch gebaut, dessen Seiten in drei Bänder zerfallen: oben ein Attribut, in der Mitte ein Subjekt, unten ein Prädikat. Wer blättert, kombiniert. 35 Streifen je Band ergeben 42.875 grammatikalisch korrekte deutsche Sätze über ein Land, das kann, was es sich zutraut. „Mutig begonnene Jugendparlamente lassen sich nicht mehr aufhalten“ steht neben „Solidarisch gestützte Gesprächsrunden inspirieren mehr als tausend Reden“.
Das Format ist eine Antwort mit Ansage: „German Angst“ von Kerstin Lauks, seit Jahren der Klassiker unter den Klappbüchern über deutsche Befindlichkeit, hat 86 Seiten. Deutschmut hat exakt 86 Seiten. Gleiches Format, andere Energie. Auch das Wort selbst ist eine Neuprägung. Es liegt einen Buchstaben von der Deutschmark entfernt und trägt die Demut im Klang. Peterka: „Mut ist ein Zahlungsmittel, das mehr wird, wenn man es in Umlauf bringt.“
Entstanden ist das Buch ohne Verlag und ohne Stiftung. Peterka hat nach eigener Aussage seine Altersvorsorge angefasst, um die Erstauflage zu drucken; jede Vorbestellung finanziert sie mit. Die erste Bestellung kam per Telefon, noch bevor es eine Website gab: zehn Exemplare, als Weihnachtsgeschenke. Gestaltet hat das Buch Dirk Kels (Kels Design & Partner, Köln), das Nachwort schreibt der Journalist Michael Hirz, früher WDR und phoenix.
Deutschmut erscheint am 1. November 2026 im NUNC Verlag, dem Eigenverlag der Kölner Denkfabrik gannaca. Die Standard-Ausgabe kostet 49 Euro, die Collector’s Edition mit 100 nummerierten, handsignierten Exemplaren und persönlichem Begleitschreiben 89 Euro. Unternehmen können eine Business-Edition mit Firmenwidmung bestellen. Vorbestellung und ein interaktives Klappbuch zum Ausprobieren: deutschmut.de.